CoP

Abstract

Können Betriebsräte in ihren Unternehmen eigeninitiativ BGF-Projekte initiieren? Welche Unterstützung brauchen sie dafür? Und was bringt ihnen der Austausch in einer Community of Practice? In diesem Kapitel beschäftigen wir uns mit der Entwicklung und strategischen Ausrichtung der CoP „Betriebliche Gesundheitsförderung“.

CoP Betriebliche Gesundheitsförderung

BGF-Inhalt

Was ist BGF?

Gabi Sax: Gesunde Mitarbeiter/innen in gesunden Unternehmen

BGF wird in der Luxemburger Deklaration definiert als eine moderne Unternehmensstrategie, die darauf abzielt, Krankheiten am Arbeitsplatz vorzubeugen (inkl. arbeitsbedingter Erkrankungen, Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und Stress), Gesundheitspotenziale zu stärken und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu verbessern.
BGF will diejenigen Faktoren beeinflussen, die die Gesundheit der Beschäftigten verbessern. Dazu gehören:
1. Unternehmensgrundsätze und -leitlinien, die im Personal einen wichtigen Erfolgsfaktor und nicht nur einen Kostenfaktor sehen
2. eine Unternehmenskultur und entsprechende Führungsgrundsätze, in denen Mitarbeiterbeteiligung verankert ist
3. eine Arbeitsorganisation, die den Beschäftigten ein ausgewogenes Verhältnis bietet zwischen Arbeitsanforderungen einerseits und andererseits eigenen Fähigkeiten, Einflussmöglichkeiten auf die eigene Arbeit und sozialer Unterstützung
4. eine Personalpolitik, die aktiv Gesundheitsförderungsziele verfolgt
5. ein integrierter Arbeits- und Gesundheitsschutz
Für die Umsetzung von BGF wurden vier Leitlinien formuliert:
1. die gesamte Belegschaft muss einbezogen werden (Partizipation)
2. BGF muss bei allen wichtigen Entscheidungen und in allen Unternehmensbereichen berücksichtigt werden (Integration)
3. Alle Maßnahmen und Programme müssen systematisch durchgeführt werden, d.h. Bedarfsanalyse, Prioritätensetzung, Planung, ausführung, kontinuierliche Kontrolle und Bewertung der Ergebnisse (Projektmanagement)
4. BGF beinhaltet sowohl verhaltens- als auch verhältnisorientierte Maßnahmen. Sie verbindet den Ansatz der Risikoreduktion mit dem des Ausbaus von Schutzfaktoren und Gesundheitspotenzialen (Ganzheitlichkeit).
Quellen:
WHO, Ottawa-Charta 1986 (siehe z.B.
http://www.fgoe.org/hidden/downloads/ottawa-charta.pdf
Luxemburger Deklaration 1997, Fassung 2007
http://www.netzwerk-bgf.at/mediaDB/677704_Luxemburger%20Deklaration%20Fassung%202007%20deutsch.pdf