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  • Zukunftswerkstatt als Methode kooperativen Lernens

    Einleitung

    „Die Motivation zu lernen ist von Natur aus auf Zwischenmenschlichkeit angelegt. Es ist die Interaktion mit anderen Menschen, durch die Personen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft das Lernen als eine wertvolle Erfahrung zu bewerten lernen, Freude am Prozess des Lernens gewinnen, sich stolz fühlen, wenn sie Wissen erwerben und ihre Fertigkeiten entwickeln. Angesichts der zwischenmenschlichen Beziehungen, die im Klassenzimmer möglich sind, können Gleichaltrige die Lernmotivation äußerst positiv beeinflussen.“

    Kooperative Lernformen finden in unterschiedlichen theoretischen und methodisch-didaktischen Ansätzen große Bedeutung (vgl. Konrad/Traub 2008, 1). „Kooperation“

    Kooperatives Lernen

    Beschreibung und Grundgedanke

    Beim kooperativen Lernen handelt es sich um eine besondere Form von Kleingruppenunterricht, der- anders als der traditionelle Gruppenunterricht- die sozialen Prozesse beim Lernen besonders thematisiert, akzentuiert und strukturiert (Weidner 2012, 29). Dabei geht es um gemeinsame, um kooperative Prozesse im Unterricht, in denen die Schüler/innen in Teams miteinander lernen und arbeiten. Dennoch ist es viel mehr als traditioneller Gruppenunterricht. Ein gut funktionierender und erfolgreicher Gruppenunterricht ergibt sich, wenn die Aufgabenstellung für selbstständig arbeitende Gruppen klar, verständlich, angemessen und bewältigbar erfolgt. Die Schüler/innen sollten außerdem über ein arbeitsorganisatorisches und methodisches Knowhow verfügen und sowohl hinreichend motivierbar als auch leistungswillig sein. Dies sind zwar notwendige, jedoch nicht ausreichend Merkmale für guten Gruppenunterricht, denn dieser kann nur gelingen, wenn interaktions-, kooperations- und kommunikative Kompetenzen als Grundvoraussetzung jeglichen gedeihlichen sozialen Umgangs in Gruppen als entscheidendes, konstitutives Merkmal hinzukommen (vgl. Weidner 2012, 28). Kooperatives Lernen legt demnach großen Wert auf die für die Kleingruppenarbeit notwendigen Sozialkompetenzen, was Gudjons klar auf den Punkt bringt: „Es bedarf der bewussten Akzeptierung der Beziehungsebene einer Gruppe neben der Sachaufgabe; sozial-emotionale Prozesse müssen als Lernfeld anerkannt, und Erfahrungen mit der Dynamik einer Gruppe müssen genauso ernst genommen werden wie Arbeitsergebnisse […]“ (Gudjons 1993, 22). Im Vergleich zu traditionellem Gruppenunterricht zeichnet sich die Methode des kooperativen Lernens besonders dadurch aus, dass sie durch eine Vielzahl von systematisch geplanten Maßnahmen eine positive gegenseitige Abhängigkeit strukturiert. Teamaufbauende Aktivitäten werden stetig durchgeführt und fördern Vertrauen, Verantwortung für das Gruppengeschehen und einen festen Gruppenzusammenhalt. Die Lehrperson beobachtet dabei ständig die Gruppenarbeit, dokumentiert seine Beobachtungen ggf. und gibt Rückmeldung über das Funktionieren im Team und interveniert, wenn es nötig ist (vgl. Weidner 2012, 30). Die Ausbildung von Sozialkompetenzen wird daher im Konzept des kooperativen Lernens ebenfalls thematisiert. So definiert Weidner (2012) kooperatives Lernen als „[…] Entwicklung von der losen Gruppe zum „echten“ mit erkennbarer Identität, der hohe Bedeutung zukommt. Durch vielfältige Maßnahmen und Aktivitäten wird die Eigenverantwortlichkeit für die Gruppenprozesse angebahnt und ausgebaut. Durch sensibel geplante Prozesse wird eine positive gegenseitige Abhängigkeit der Gruppenmitglieder erzeugt, was sich sowohl auf die sozialen Interaktionsprozesse als auch auf die Arbeitsergebnisse oder –Produkte günstig auswirkt“

    Grundlagen und Ziele

    Kooperatives Lernen basiert auf der Überlegung, dass Lernen ein natürliches soziales Geschehen darstellt. Es ist eine Form der Anleitung des Lehrens und Lernens, die die Zusammenarbeit der Lernenden in Gruppen beinhaltet. Teilnehmer kommunizieren miteinander und regen sich gegenseitig an, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen (vgl. Konrad/ Traub, 2000/ Gerlach, 1994, 8). Der Grundgedanke des kooperativen Lernens ist jedoch mehr, als nur die Bezeichnung einer Interaktionsform, bei der die beteiligten Personen gemeinsam und in wechselseitigem Austausch Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten erwerben und fördern. Allgemein ist Lernen ein aktiver, konstruktiver Prozess, bei dem neue Informationen mit vorhandenem Wissen verknüpft werden, sodass sich neue Ideen und Sinnzusammenhänge konstruieren lassen. Da sich Lernen in Kontexten ereignet, regen sie den Einzelnen an, mit anderen zu kooperieren, um Probleme zu identifizieren und anspruchsvolle Problemlösefertigkeiten zu erlangen. Außerdem unterscheiden sich Lernende in vielerlei Hinsicht. Es ist davon auszugehen, dass verschiedene Erfahrungen und Perspektiven in die Kooperation mit eingebracht werden und somit das Lernen bereichern. Wie schon erwähnt, ist Lernen ein soziales und kommunikatives Geschehen. Das Verstehen und die Reflexion kann durch Austausch und Diskussion des jeweiligen Lerngegenstandes optimiert werden. Des Weiteren schließt Lernen affektive Dimensionen und das subjektive Erleben mit ein. So umfassten kooperative Aktivitäten sowohl soziale als auch emotionale Herausforderungen-sowohl für die Gruppe als auch jeden Einzelnen. Voraussetzung des kooperierten Lernens ist die Gleichberechtigung am Lerngeschehen aller Gruppenmitglieder, die gemeinsam die Verantwortung für ihr Ergebnis tragen (vgl. Konrad, K./ Traub, 5). Die Aktualität kooperativer Lernformen ist unbestritten hoch und der Einsatz kooperativer Lernformen kann über verschiedene gesellschaftliche, wirtschaftliche, lerntheoretische und bildungstheoretische Zusammenhänge begründet werden. Kooperatives Lernen gilt als eine Möglichkeit, den vielfältigen schulischen und gesellschaftlichen An- und Herausforderungen unsere Zeit zu begegnen (Konrad/Traub 2008). Kooperatives Lernen bindet Lernend in einen aktiven, schülerzentrierten Lernprozess ein, der Problemlösungs-und Weiterbildungsstrategien entwickelt, die nötig sind, um die Herausforderungen des Lebens und des beruflichen Weiterkommens in unserer zunehmend komplexen Welt zu bewältigen (Green/Green 2005, 32). Daher beschäftigen sich die Ausbildungseinrichtungen derzeit damit, ihre Unterrichtssysteme den gesellschaftlichen Bedürfnissen nach Menschen anzupassen, die in Gruppen effektiv arbeiten können, weil sie über soziale und kommunikative Fertigkeiten verfügen. (vgl. Ebbers/Ettekoven 2011, 8). Der traditionellen Sichtweise von Lehrern/Lehrerinnen, Schüler/innen als Empfänger von Wissen und sich selbst nur als ‚Wissensvermittler‘